Klause im Wald
von Adrian Ludwig Richter
Klause im Wald von Adrian Ludwig Richter (1803-1884)
Es war ein warmer Tag …..
Es ist ein warmer Tag im Sommer 1839. In den Büschen tschilpen die Spatzen. Ein leichter Wind streicht durchs Geäst. Das Wetter wird verlässlich halten.
In diese Einsiedelei zog sich jemand ganz bewusst zurück. „LR“ steht über der Tür, Ludwig Richter selbst sieht sich hier im Einklang mit Gott und der Natur. Fernab der Hektik des überbordenden Dresdens und Augustes lärmender Kinderschar. Zurückgezogen, ganz bei sich.
Wir sind eingeladen. Wandern den Pfad hinan zu Ludwig Richters Tagtraum im fernen Böhmen. Zu einem beständigen Hort, umrankt von Wald und geerdet im Glauben. Irdische Widernisse sind gleich den Felsbrocken nun zur Seite geschoben. Ein uralter Baum ummantelt ein kleines schlichtes Häuschen mit seiner Rinde. Stoisch behütet er diese Kapelle in ihrer Entstehung. Erst ein kupfergegossener Heiland wird sie vollenden. Der Weg ist einladend frei und gastfreundlich sonnenbeschienen. Wir steigen die wenigen Steintritte empor. Stünde uns seine Klause offen? Sässen wir bei einer einfachen Sächsischen Kartoffelsuppe zusammen? Führten wir Gespräche über Politik, Gott, die weite Welt?
Leben und Werk
Adrian Ludwig Richter wurde das künstlerische Flair wohl sprichwörtlich in die Wiege gelegt. Als Sohn des Kupferstechers Carl August Richter erblickte er am 28. September 1803 in Dresden-Friedrichstadt das Licht der Welt. Keine Überraschung, dass Ludwig Richter nach Abschluss seiner obligatorischen Schulzeit bereits im zarten Alter von zwölf Jahren die Lehre als Kupferstecher bei seinem Vater begann. Unermüdlich vertiefte der junge Ludwig seine Fertigkeiten und wurde dafür mit einem Stipendium der Dresdner Kunstakademie belohnt.
Ludwig Richter bereiste in den kommenden Jahren als Zeichner den Süden Europas. So unternahm er 1920 bis 1921 mit dem russischen Fürsten Narischkin eine Reise nach Südfrankreich und Paris. Durch den Verleger Johann Christoph Arnold wurde es ihm ermöglicht von 1823 bis 1826 in Rom zu leben, Viele deutschsprachige Maler lebten zu der Zeit in der italienischen Hauptstadt und so wurde auch Adrian Ludwig Richter in Rom sesshaft, wo er inspirierende Künstler traf und Freundschaften schliessen konnte. Er war befreundet mit Künstlerpersönlichkeiten wie Joseph Anton Koch, Julius Schnorr von Carolsfeld, Ernst Ferdinand Oehme und Carl Wagner.
Diese Jahre in Rom und speziell sein Austausch mit dem Philologen Karl Bunsen und Richard Rothe, dem Theologen, prägten seine Sicht auf die Landschaftsmalerei, die er als Harmonie von Mensch und Natur zu verstehen lernte. Schon länger auf der Sinnsuche in der Welt und in seiner Existenz, öffneten ihm am Silvesterabend 1824 seine Künstlerfreunde die Augen. Der feste Glaube zu Gott sollte auch ihm Halt fürs künftige Leben geben und seine Sicht auf die Dinge prägen.
Am 4. November 1827 heiratete Adrian Ludwig Richter seine Jugendliebe Auguste Freudenberg, welche ihm im Laufe der Jahre fünf Kinder schenken sollte.
In den darauffolgenden Jahren wirkte Ludwig Richter an der Städtischen Zeichenschule in Meissen als Lehrkraft in der Porzellanmanufaktur und übernahm später die Nachfolge seines Vaters an der Kunstakademie für die Landschaftsklassen in Dresden. Danach begann seine Zeit der Holzschnitt-Illustrationen, welche ihn weit herum bekannt machen sollten, aber den Höhepunkt seines Schaffens erreichte er ab 1842 mit über 150 Werken illustrativer Malerei in Erbauungsbüchern, Kalendern, Liedersammlungen oder Märchen wie z.B. die Volksmärchen der Deutschen von Johann Karl August Musäus. Adrian Ludwig Richter wurde Professor für Landschaftsmalerei in Dresden und Ehrendoktor an der Universität Leipzig.
1936 wurde er als Nachfolger der Dresner Kunstakademie für die Landschaftsklasse berufen. Für die Reihe «Das malerische und romantische Deutschland» erhiet er vom Leipziger Verleger Georg Wigand den Auftrag, Illustrationen zu erstellen.
Seine Frau Auguste Richter verstarb am 6. August 1854 nach einem Schlaganfall.
Das 1847 entstandene Gemälde «Brautzug im Frühling» wurde 1855 an der Weltausstellung in Paris gezeigt und erhielt eine goldene Medaille.
Ab 1869 verfasste er seine Lebenserinnerungen. Sie wurden nach seinem Ableben mit dem Titel «Lebenserinnerungen eines deutschen Malers» herausgegeben. Sie basieren auf Adrian Ludwig Richters Tagebuchauszügen und persönlichen Briefen.
Orden, Medaillen und öffentliche Ehrungen schmückten Ludwig Richters Lebensabend.
Er verstarb am 19. Juni 1884 im hohen Alter von 81 Jahren und wurde auf dem Neuen Katholischen Friedhof in Dresden-Friedrichstadt in einem prunkvollen Staatsbegräbnis beigesetzt.


Wenn Sie ein Kunstwerk kaufen oder verkaufen möchten, oder bei Fragen zu den angebotenen Werken, nehmen Sie unverbindlich mit mir Kontakt auf.




